„Präsentation: Überarbeitung eines Konzeptes als partizipativer Prozess“

Im Zuge des 5jährigen Bestehens des Wohnhauses „Teilbetreutes Wohnen für Menschen mit Lernbehinderung“ haben wir uns die Frage gestellt, was „unser“ Wohnhaus eigentlich ausmacht? Anlässlich eines von uns organisierten Fachsymposiums haben wir unsere Arbeit und die Entwicklung der BewohnerInnen des Hauses evaluiert. Im Zuge dessen ist uns bewusstgeworden, dass viele Aspekte unserer professionellen Herangehensweise und Haltung aus den vorhandenen Unterlagen nicht deutlich hervorgehen. Vielmehr sind die meisten Unterlagen Beschreibungen unserer Tätigkeiten im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Eine Darstellung unserer Haltung und der von uns verfolgten Vision war nicht vorhanden.

Durch einen Zufall sind wir mit Frau Maria Brandl vom Verein Schritte in Kontakt gekommen. Da uns ihre Haltung in Bezug auf die Arbeit mit Menschen mit Behinderung imponiert hat, haben wir sie zu einem gegenseitigen Kennenlernen in unser Wohnhaus eingeladen. Schnell hat sich herausgestellt, dass unsere Vorstellungen von der zeitgemäßen Unterstützungsarbeit für Menschen mit Unterstützungsbedarf übereinstimmen. Ihr und uns ist es wichtig, die BewohnerInnen zu Selbstermächtigung zu motivieren.

Von diesen Gedanken geleitet, haben wir nach und nach einen Plan entwickelt, wie die Zusammenarbeit mit Frau Brandl aussehen könnte.

 

So setzte Frau Brandl den möglichen Plan in eine Zeitschiene um:

 

Nach der Zustimmung der Geschäftsführung, des gesamten Teams und auch der Zustimmung der BewohnerInnen haben wir uns darauf eingelassen einen gemeinsamen Überarbeitungsprozess zu starten. Wir hatten das Ziel ein Konzept zu kreieren, in dem sowohl die Haltung und Umsetzung der MitarbeiterInnen dargestellt ist, als auch das Erleben der BewohnerInnen.

Wir haben mit einem gemeinsamen Termin begonnen, an welchen sowohl die Vorstellungen der MitarbeiterInnen, als auch die Erwartungen der BewohnerInnen erfasst worden sind. Es wurden insgesamt acht Termine in unterschiedlicher Zusammensetzung abgehalten.

So arbeiteten wir sowohl gemeinsam, als auch parallel an den Themen, die wir uns vorgenommen hatten. Der Prozess dauerte insgesamt eineinhalb Jahre. Ergebnis dieses Prozesses ist ein neu überarbeitetes und vor allem aber zeitgemäßes Konzept für Teilbetreutes Wohnen:

„Begleitetes Wohnen – Schritt für Schritt in Richtung Selbstständigkeit.“

Am 2. Mai 2018 fand die Konzeptpräsentation als Abschlussakt in der Kerensstraße – Verein Wohnen statt. Viele BewohnerInnen des Hauses waren anwesend und die InteressensvertreterInnen präsentierte gemeinsam mit der Wohnhaus- und Bereichsleitung das neu erarbeitete Konzept. Fr. Maria Brandl, die uns durchgehend bei der Entwicklung des Konzepts begleitet hat, moderierte den Nachmittag. Maga. Ingrid Neuhauser und Mag. Manfred Krammer als GeschäftsführerInnen des Verein Wohnen, Maga. Süß als Vertreterin der Sozialabteilung des Landes NÖ, Fr. Hanausek DSA und Mag. Eigelsreiter des Magistrats St. Pölten haben sich als Gäste der Präsentation eingefunden.

Besonders haben wir uns darüber gefreut, dass die InteressensvertreterInnen des Wohnhauses den Mut hatten, vor so vielen Menschen zu sprechen. Hr. Nagl und Fr. Meixner haben die wichtigsten Meilensteine des Prozesses vorgetragen und über ihre eigenen und auch die Erfahrungen aller BewohnerInnen im Haus gesprochen. Nach der Präsentation des Konzepts wurden drei Stationen mit verschiedenen Themenschwerpunkten aufgebaut. Alle BesucherInnen hatten die Möglichkeit direkt mit den BewohnerInnen und den BegleiterInnen über die Neuerungen des Konzepts und der Teilnahme am Prozess zu diskutieren bzw. sich auszutauschen.

In einer entspannten Atmosphäre, in der auch der Spaß nicht zu kurz gekommen ist, gab es letztlich einen abschließenden Austausch zwischen den Gästen und den TeilnehmerInnen.. Die Präsentation ist gelungen und es gab ausschließlich positives Feedback, über welches sich die BewohnerInnen und MitarbeiterInnen sehr gefreut haben.

Ein großes Dankeschön gebührt allen beteiligten Personen und natürlich denjenigen, welche uns bei der Durchführung unseres Prozesses unterstützt haben.

Katharina Mühlegger